Wenn man mit dem Bloggen beginnt, stellt man schnell fest, dass es gar nicht so einfach ist, neue Beiträge mit angemessenem Inhalt zu schreiben. Plaudereien ohne viel Inhalt im Stil von “Ich erzähl jetzt hier mal, was ich so mache …” sind kein Problem, doch derlei Texte sind für Leser nicht interessant.
Es kann problematisch sein, dass man nicht so richtig weiß, für wen man denn schreibt. Daraus ergibt sich die Unsicherheit, in welchem Ton und auf welcher Sprachebene man schreiben soll. Außerdem weiß man möglicherweise auch nicht, wie man einzelne Themen darstellen soll.
Hier einige Tipps, die ich persönlich als hilfreich empfinde
[UPDATE - 25.10.2009: Die Diskussion zu diesem Beitrag (siehe Kommentare unten) hat mir gezeigt, dass es durchaus abweichende Vorstellungen davon gibt, wie Beiträge in (Schüler-)Blogs aussehen können/sollen. Insofern sollten die folgenden Tipps als Richtlinie verstanden werden, von der man problemlos abweichen kann, wenn man dafür einen guten Grund sieht.]
- Ein Blog-Beitrag ist keine E-Mail. Er hat demnach keine Anrede und keine Schlussformel. Sinnvoll ist, sich einen guten ersten Satz zu überlegen, der aber ohne Einleitung auch direkt mit dem Thema beginnen kann (so wie dieser Beitrag). Im Web ist die nächste Ablenkung nur einen Klick entfernt – wer “labert”, verliert Leser schnell.
- Ein Blog-Beitrag sollte sich mit einem Thema befassen. Wenn es zu diesem Thema nicht mehr als zwei, drei Absätze zu sagen gibt, bleibt er eben kurz. Lange Beiträge, die verschiedene Themen umfassen, sind für Leser schwerer zu scannen und die Entscheidung, ob man den Beitrag liest oder nicht, fällt eher zu Ungunsten des Beitrags aus – und wenn man schreibt, möchte man möglichst auch gelesen werden.
- Die Überschrift eines Beitrags sollte den Inhalt widerspiegeln. Man erfährt von neuen Blog-Beiträgen normalerweise im Feedreader, wo man typischerweise zunächst nur die Überschrift liest. Wenn diese das Interesse nicht weckt, bleibt der Beitrag ungelesen. Das Finden einer sinnvollen Überschrift ist demnach ein weiterer Grund dafür, pro Beitrag möglichst nur ein Thema zu behandeln.
Darüber hinaus ist die beste Möglichkeit, mit dem Bloggen vertraut zu werden, andere Blogs zu lesen – am besten gute Blogs von bekannten Autoren. Wie man die findet erklärt dieser Beitrag bei Rete-Mirabile.net.



9 Kommentare
Kommentar-Feed für diesen Beitrag
03.10.2009 um 08:25
Verschiedene Feeds in einem Wordpress.com Blog « Blog as you teach
[...] Wie man den eigenen Blog-Stil findet RSS-FeedRSS – PostsRSS – Comments Seiten [...]
20.10.2009 um 10:18
ThS
Es gibt vielleicht noch zwei ganz nette Angewohnheiten:
1. Die von Jean-Pol Martin: Er schreibt am Anfang sein Resume, für den eiligen Leser ist das schon eine gute Hilfe zu entscheiden, ob er weiter lesen möchte oder nicht.
2. Schreibe ich zum Beispiel am Schluss meines Artikels, warum ich das ganze gebloggt habe. (Why do I blog this?) Es ist für mich noch einmal eine gute Reflexion über meinen Artikel und die Leser können so auch ggf. meine Gedankengänge besser nachvollziehen. Die Idee habe ich übrigens von Helge Städtler ( http://www.ifeb.uni-bremen.de/wordpress_staedtler/ ) übernommen.
20.10.2009 um 10:53
retemirabile
Danke für die Tipps, ThS.
Hier noch die Links dazu:
Ein Beitrag von Jean-Pol Martin in seinem typischen Stil mit Resümee, Nummerierten Absätzen und Fazit.
Einer Deiner Beiträge mit “Why do I blog this” am Ende.
25.10.2009 um 11:18
fschaumburg
Hallo,
ich beginne jetzt mal extra mit einer “Begrüßung” – auch in den Kommentaren :)
Ich finde die Vorgaben für die Blogs zu eng gesetzt. Sie orientieren sich primär an den bisherigen Print-Medien und bewirken beim Leser wahrscheinlich ein Gefühl der “Seriösität”.
In einem Schülerblog darf und soll man aber ruhig andere Formen ausprobieren. Vielleicht findet sich ja ein Weg, der überaus beliebt ist, weil er eine ganz eigene Handschrift hat? Die Schülerinnen und Schüler haben hinsichtlich der Schriftsprache im Web eh andere Umgangsformen und sind dabei durchaus netzwerkorientiert.
Vielleicht wäre es gut, wenn man einfach statt “Hier einige Tipps” schreiben würde: “Diesen Weg habe ich für mich gewählt”.
Gruß,
Felix
25.10.2009 um 12:19
retemirabile
Danke für Deine Ansicht, Felix.
Ich persönlich finde es leichter, wenn man am Anfang eine normative Vorgabe hat.
Aber Du hast schon Recht: ein Schuler hat z.B. beklagt, dass er einen Post ohne Anrede zu „leer“ findet. Ich werde die Hinweise entsprechend ergänzen, wenn ich wieder am heimischen Rechner sitze.
Was die Konventionen der Schriftsprache angeht, finde ich es aber wichtig, dass korrekte Rechtschreibung und Grammatik die Richtschnur sind.
25.10.2009 um 14:37
retemirabile
@Felix
Noch eine Frage. Was meinst Du mit „netzwerkorientierter“ Sprache bei Schülern?
25.10.2009 um 17:39
fschaumburg
Schülerinnen und Schüler verstehen es durchaus, adressatengerecht zu formulieren. Sie finden, je nach “Netzwerk”, die richtige Formulierung. Die perfekte Beherrschung der MSN-Sprache in Schrift und Aussprache neben der Unterrichtsprache ist nur ein Beispiel.
Vielleicht etablierst sich so ja auch ein eigener Stil für das Bloggen?
In unserem Klassenblog wird übrigens auch immer mit Ansprache gearbeitet? :)
Gruß,
Felix
25.10.2009 um 21:52
retemirabile
OK — ich lasse mich überzeugen. Und werde demnächst die Formulierungen oben in *Vorschläge* umdeuten. Fabo wird sich freuen.
12.02.2011 um 19:35
Hier ein „Fahrplan“ des KOLLEGEN A. Kalt | LeArnBlog
[...] Sie die beiden Beiträge Erst nachdenken, dann posten und Wie man den eigenen Blog-Stil findet (gefunden bei A. [...]