You are currently browsing the monthly archive for Oktober 2009.

Blogs sind eine feine Sache. Bei Anbietern wie WordPress.com kann man in wenigen Minuten ein eigenes Blog einrichten, das hübsch aussieht und in dem man ohne große Mühe seine Gedanken veröffentlichen kann. Wenn man einmal damit angefangen hat, geht das Schreiben von Beiträgen rasch von der Hand. Ein Titel – ein paar Zeilen Text – “Veröffentlichen” – fertig. Klingt einfach – und ist es auch und alle sind glücklich. Oder?

  • Nach einem Streit mit dem besten Freund ist es doch herrlich befreiend, wenn man den ganzen Frust mal aufschreiben und rausschicken kann. Danach fühlt man sich doch gleich besser.
  • Und der bescheuerte Englisch-Lehrer hat sowieso verdient, dass mal jemand öffentlich macht, wie miserabel sein Unterricht ist.
  • Und neulich habe ich endlich die neue Spielkonsole gekauft. Die Fotos vom Auspacken und den ersten Spielrunden stell ich gleich mal online …

Spätestens jetzt solltet Ihr stutzig geworden sein. Denn natürlich ist es einfach, ein Blog einzurichten und Beiträge zu posten, aber genau darin liegt auch ein Risiko. Die Einfachheit verführt unter Umständen dazu, unbedacht Dinge zu veröffentlichen, die weitreichende persönliche oder rechtliche Folgen haben. Daher ist beim Bloggen einer der wichtigsten Grundsätze:

Think before you post. — Denk nach, bevor Du etwas veröffentlichst.

  • Es ist etwas völlig anderes, in einem Streit jemandem etwas mündlich “an den Kopf zu werfen” oder es für alle Welt sichtbar im Blog zu veröffentlichen. Im zweiten Fall wird die persönliche Verletzung viel gravierender und die Freundschaft ist vielleicht ein für alle Mal ruiniert.
  • Die öffentliche Kritik am Englischunterricht könnte sogar rechtliche Folgen haben und in der Schule disziplinarische Maßnahmen nach sich ziehen. Je nach Zusammenhang könnte auch so etwas dabei heraus kommen:

    Rauswurf nach beleidigendem Kommentar in Facebook

    Ein unbedachter Kommentar in Facebook über den Chef hat hier direkt zum Rauswurf geführt – der erfolgte gleich per Kommentar ebenfalls in Facebook. Ob dieses Beispiel so stattgefunden hat oder gestellt ist, konnte ich nicht herausfinden. Dennoch ist die grundlegende Situation nicht abwegig.

  • Veröffentlichte Fotos erlauben besonders tiefe Einblicke in Dein Privatleben, so dass böswillige Menschen sich unter Umständen ein sehr genaues Bild davon machen können, wofür Du Dich interessierst, wo Du  wohnst, wo Du zur Schule gehst etc. All das möchte man sicherlich nicht jedem x-beliebigen Menschen zugänglich machen.

Dieses Video bringt die Risiken schön auf den Punkt.

Was gibt es zu beachten?

1. Persönlichkeitsrechte wahren — Jeder Mensch hat gesetzlich geschützte Persönlichkeitsrechte. Dieser Beitrag bei iRights erklärt, worin diese bestehen und worauf man achten muss. Urheber- und Persönlichkeitsrechte in sozialen Netzwerken

2. Datensparsamkeit — Grundsätzlich sollte man sich fragen, welche persönlichen Daten man mit der Welt teilen möchte und welche nicht. Gerade wenn man erst anfängt zu bloggen, sollte man lieber etwas “zu anonym” vorgehen als zu persönlich.

Man kann zum Beispiel über Erlebnisse reflektieren (was bedeutet das?), ohne die Namen der Beteiligten zu nennen.  Außerdem kann man den eigenen Namen und Orte an denen sich beschriebene Erlebnisse abgespielt haben durch allgemeine Wörter ersetzen (z.B. „in der Stadt“ anstatt „in Müllheim“).

Mit der Zeit erarbeitet man sich etwas mehr Hintergrundwissen über die “Verhältnisse” im Netz und kann dann auch besser einschätzen, welche persönlichen Einblicke man gewähren möchte und welche nicht. Für den Anfang ist es empfehlenswert, mit konkreten Daten zurückhaltend zu sein.

(Das Gleiche gilt übrigens auch für social networks wie SchülerVZ oder Facebook. Dieser Artikel in der ZEIT thematisiert die Preisgabe von Daten in sozialen Netzwerken: Ein Schatz für Werbekunden. Bei einem Blog ist die Situation etwas anders, weil man üblicherweise nicht so viele Einzelheiten von sich einträgt wie z.B. im SchülerVZ, dennoch existieren die dort angesprochenen Risiken in ähnlicher Weise.)

3. Urheberrecht — Wann immer man etwas postet, das man nicht selbst geschrieben, fotografiert oder gefilmt hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man das Urheberrecht verletzt. (Und bei den selbst fotografierten und gefilmten Inhalten ist das oben genannte Persönlichkeitsrecht evtl. abgebildeter Personen zu beachten). Worauf es beim Urheberrecht ankommt, erklärt die Website iRights. (Der oben bereits angegeben Beitrag liefert eine gute Einführung.)

Fazit

Bloggen kann viel Freude machen, wenn man Texte bewusst schreibt und diese mit Bedacht veröffentlicht. Dann kann das Schreiben die eigenen Gedanken klarer ausformen und im Austausch mit Lesern können wertvolle Diskussionen entstehen.

Der Grundsatz Think before you post hilft, dass man nichts veröffentlicht, was man später bereuen muss.

Advertisements

„Diese Seite befindet sich noch im Aufbau. Bitte schauen Sie später wieder vorbei.“

Diesen Satz, meist zusammen mit einer billigen, hüpfenden oder sich wild drehenden Grafik findet man häufig auf neuen Websites oder Blogs. Für den Leser hat diese Botschaft keinerlei positiven Wert – im Gegenteil: sie sorgt dafür, dass jemand eher nicht wieder kommt.

Was sagt das Baustellenschild (ob als Grafik oder in Worten) dem Besucher? Der Autor der Website hat Pläne. Er möchte seine Site später noch erweitern. Möglicherweise wird sogar angekündigt, welche (tollen) Beiträge noch geplant sind.

Ich lande auf einem Blog aber nicht wegen der Pläne, die jemand hat, sondern weil ich konkrete Inhalte suche. Diese möchte ich entweder direkt finden oder ich möchte klar erkennen, dass ich woanders suchen muss. Der Hinweis, dass die Inhalte später hinzugefügt werden, bringt mir überhaupt nichts. Die Titel oder die Überschrift der Seite haben angedeutet, dass es hier etwas zu finden gibt, der Inhalt sagt jedoch, dass dieses Etwas erst später kommt (wenn überhaupt). Ich habe hier gerade meine Zeit verschwendet.

Wie macht man es besser?

Eine private Website oder ein Blog sind zunächst mal das private Vergnügen des Betreibers. Man muss sich nicht dafür rechtfertigen, wenn nur wenige Inhalte vorhanden sind oder etwas „fehlt“. Man erwähnt das „Fehlende“ einfach nicht.

Wenn der Titel oder die Beschreibung der Website bestimmte Inhalte nahelegen, die aber noch nicht vorhanden sind, dann bin ich entweder mit der Site zu früh online gegangen oder ich habe den falschen Titel gewählt. Wenn ich z.B. ein Blog mit dem Titel „Tausend Tipps und Tricks für Skater“ erstelle, kann ich die Site nicht online schalten, wenn ich erst zwei Tipps habe. Dann muss ich eben geduldig noch einige mehr schreiben, bis die Besucher mir abnehmen, dass ich wirklich „viele“ Tipps parat habe. Besser noch: ich nenne das Blog „Skater Tipps“ oder „Skater Blog“, dann baue ich erst gar keine (falschen) Erwartungen bezüglich der Menge der Inhalte auf.

In keinem Fall sollte ich aber auf den „Baustellensatz“ zurückgreifen. Der nervt immer.

Werner Prüher beschreibt Strategien, wie man neue Blogs zum Abonnieren auswählt (oder eben nicht).

Warum ist dieser Post gut?

Der Beitrag hat einen aussagekräftigen Titel, der das Thema klar anspricht.

Der Beitrag nimmt Bezug auf eine Sammlung von Strategien, die ein weiterer Autor zusammen gestellt und bewertet hat. Damit erhalte ich als Leser schon einen Überblickt. Anschließend ergänzt der Autor seine eigene Herangehensweise und gibt damit Anregungen für den Leser, wie man diese Aufgabe angehen könnte.

Der typische Leser dieses Blogs wird ebenfalls mehrere Blogs lesen. Werner Prüher kann daher davon ausgehen, dass die Informationen für den Leser relevant sind.

Schließlich hat Prüher noch eine Symbolgrafik eingebaut – das ist nicht nötig, lockert das Ganze aber auf.

Wenn man mehrere Blogs regelmäßig lesen möchte, wird das “von Hand” (d.h. durch einzelnes Besuchen der Blogs unter ihrer jeweiligen Webadresse) schnell umständlich. Daher bieten Blogs ihren Inhalt auch in einer Form an, die man abonnieren kann: diese Form heißt “Feed” (auf deutsch in etwa mit “Datenstrom” zu übersetzen). Jedes Mal, wenn ein neuer Beitrag erscheint, wird der Feed automatisch aktualisiert.

Man braucht ein spezielles Leseprogramm (einen sog. RSS-Reader oder Feed-Reader), um einen Feed zu abonnieren. Der Reader prüft regelmäßig die abonnierten Feeds und zeigt an, welche Blogs neue Beiträge haben. Damit öffnet man dann nur noch den Reader und sieht auf einen Blick, was es auf den abonnierten Blogs Neues zu lesen gibt.

Was ist RSS?

Was RSS ist und wie es funktioniert, erklärt dieser Beitrag von Apl Uckan: “Was ist RSS”

Dieses Video erklärt das ebenfalls anschaulich, allerdings etwas schnell.

Wo bekommt man einen Feed-Reader her?

Ein sehr guter kostenloser Feedreader zum Installieren auf dem eigenen Rechner (Windows) ist Feeddemon.

Für den Mac gibt es ebenfalls gute und kostenlose Feedreader:

  • NetNewsWire (sehr gut und ausgereift)
  • Vienna (etwas einfacher und mit weniger Funktionen)

Wenn man kein Programm installieren, sondern den Reader lieber im Webbrowser benutzen möchte, ist Google Reader eine sehr gute Lösung.

Wie man mit Google Reader umgeht, erklären folgende Videos:

Feeds abonnieren

Den Feed einer Website zu abonnieren, ist ganz leicht. Wenn eine Website einen Feed anbietet, man normalerweise irgendwo auf der Seite ein solches Icon:

Feed-Icon

Dieses ist typischerweise ein Link mit der Feed-Adresse. Man klickt mit der rechten Maustaste auf das Symbol und kopiert den Link.

Im Feedreader wählt man „Neuen Feed abonnieren“ (oder einen ähnlich lautenden Befehl – die genaue Formulierung variiert natürlich in den einzelnen Programmen) und bekommt dann normalerweise ein Feld, in das man die gerade kopierte URL einfügen kann. Nach dem Bestätigen hat man die betreffenden Website abonniert und kann künftig die Updates dieser Site im Feedreader lesen.

Feeds sind die Lebensadern von Blogs. Wenn man ernsthaft mehrere Blogs verfolgen und mit den Autoren diskutieren möchte, kann man nur per RSS-Feed auf dem Laufenden bleiben.

Ein Blog bei WordPress.com hat mehrere Feed im Angebot, deren URL immer nach dem selben Muster aufgebaut ist (im Folgenden ist “[blogname]” jeweils durch den Namen des eigenen Blogs zu ersetzen).

Es gibt noch weitere Feeds, die auf der Feed-Hilfeseite von WordPress.com beschrieben sind.

Der Wichtigste Feed für Leser ist natürlich der Feed der eigentlichen Posts. Wenn man regelmäßig auf den gleichen Blogs kommentiert, kann auch der allgemeine Kommentarfeed sehr nützlich sein. Und für Leute, die mehrmals täglich in den Feedreader schauen, lohnt sich evtl. auch der Kommentarfeed für einen einzelnen Beitrag, wenn dort gerade eine intensive Diskussion im Gange ist, wie zum Beispiel in diesem Beitrag von Herrn Larbig.

Darüber hinaus bietet WordPress.com noch die Möglichkeit, über Folgekommentare per E-Mail benachrichtig zu werden. Dazu kreuzt man einfach beim Posten eines Kommentars die entsprechende Checkbox (“Ankreuzkästchen”) an.

Jon Hicks ist Grafikdesigner und erstellt unter anderen Icons für Programme und auch Websites. Momentan arbeitet er für Opera.

In seinem Blog-Post „A big-assed post about Fireworks“ beschreibt er, was er an Fireworks (einem Grafikprogramm von Adobe) liebt und hasst. Das ist für ihn wichtig, weil er täglich mehrere Stunden mit dem Programm arbeitet und sich entsprechend intensiv mit guten und schlechten Eigenschaften des Programms auseinandersetzt.

Warum ist der Post gut?

Jon Hicks motzt nicht darüber, dass er Ärger mit Fireworks hat. Er beschreibt in klaren Worten, gut gegliedert und mit ein wenig Selbstironie die guten Features und die Probleme im Detail. Er liefert sogar noch Screenshots zur Illustration dazu. Der Leser kann – wenn er Fireworks selbst verwendet – sich damit identifizieren. Die Chancen, dass man manche Features und Fehler selbst erlebt hat, sind hoch. Das sieht man auch an den vielen Kommentaren (die hohe Zahl liegt natürlich auch an der großen Zahl seiner Leser, weil Jon ein recht bekannter Blogger ist).

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass jemand bei Adobe das Netz regelmäßig nach Meinungen zu ihren Produkten durchsucht. Durch die klare Aufzählung und vor allem Begründung seiner Kritikpunkte trägt Hicks dazu bei, dass diese bei Adobe bekannt werden. Das ist zwar nicht garantiert, aber durch den Post immerhin wahrscheinlicher als wenn er seinen Ärger für sich behalten hätte.

Schließlich hilft Jon sich auch selbst, denn in den Kommentaren schreiben die Leser auch Tipps, wie sie selbst mit den genannten Mängeln umgehen – und auch der größte Experte zu einem komplexen Programm wie Fireworks kennt nicht jeden Kniff.

Ich finde, ein rundum gelungener Blog-Beitrag.

Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an, um über Updates per E-Mail benachrichtigt zu werden.

Schließe dich 7 Followern an

Creative Commons

Creative Commons License
Diese Inhalte sind unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.