Jon Hicks ist Grafikdesigner und erstellt unter anderen Icons für Programme und auch Websites. Momentan arbeitet er für Opera.

In seinem Blog-Post „A big-assed post about Fireworks“ beschreibt er, was er an Fireworks (einem Grafikprogramm von Adobe) liebt und hasst. Das ist für ihn wichtig, weil er täglich mehrere Stunden mit dem Programm arbeitet und sich entsprechend intensiv mit guten und schlechten Eigenschaften des Programms auseinandersetzt.

Warum ist der Post gut?

Jon Hicks motzt nicht darüber, dass er Ärger mit Fireworks hat. Er beschreibt in klaren Worten, gut gegliedert und mit ein wenig Selbstironie die guten Features und die Probleme im Detail. Er liefert sogar noch Screenshots zur Illustration dazu. Der Leser kann – wenn er Fireworks selbst verwendet – sich damit identifizieren. Die Chancen, dass man manche Features und Fehler selbst erlebt hat, sind hoch. Das sieht man auch an den vielen Kommentaren (die hohe Zahl liegt natürlich auch an der großen Zahl seiner Leser, weil Jon ein recht bekannter Blogger ist).

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass jemand bei Adobe das Netz regelmäßig nach Meinungen zu ihren Produkten durchsucht. Durch die klare Aufzählung und vor allem Begründung seiner Kritikpunkte trägt Hicks dazu bei, dass diese bei Adobe bekannt werden. Das ist zwar nicht garantiert, aber durch den Post immerhin wahrscheinlicher als wenn er seinen Ärger für sich behalten hätte.

Schließlich hilft Jon sich auch selbst, denn in den Kommentaren schreiben die Leser auch Tipps, wie sie selbst mit den genannten Mängeln umgehen – und auch der größte Experte zu einem komplexen Programm wie Fireworks kennt nicht jeden Kniff.

Ich finde, ein rundum gelungener Blog-Beitrag.

Wenn man mit dem Bloggen beginnt, stellt man schnell fest, dass es gar nicht so einfach ist, neue Beiträge mit angemessenem Inhalt zu schreiben. Plaudereien ohne viel Inhalt im Stil von „Ich erzähl jetzt hier mal, was ich so mache …“ sind kein Problem, doch derlei Texte sind für Leser nicht interessant.

Es kann problematisch sein, dass man nicht so richtig weiß, für wen man denn schreibt. Daraus ergibt sich die Unsicherheit, in welchem Ton und auf welcher Sprachebene man schreiben soll. Außerdem weiß man möglicherweise auch nicht, wie man einzelne Themen darstellen soll.

Hier einige Tipps, die ich persönlich als hilfreich empfinde

[UPDATE – 25.10.2009: Die Diskussion zu diesem Beitrag (siehe Kommentare unten) hat mir gezeigt, dass es durchaus abweichende Vorstellungen davon gibt, wie Beiträge in (Schüler-)Blogs aussehen können/sollen. Insofern sollten die folgenden Tipps als Richtlinie verstanden werden, von der man problemlos abweichen kann, wenn man dafür einen guten Grund sieht.]

  • Ein Blog-Beitrag ist keine E-Mail. Er hat demnach keine Anrede und keine Schlussformel. Sinnvoll ist, sich einen guten ersten Satz zu überlegen, der aber ohne Einleitung auch direkt mit dem Thema beginnen kann (so wie dieser Beitrag). Im Web ist die nächste Ablenkung nur einen Klick entfernt – wer „labert“, verliert Leser schnell.
  • Ein Blog-Beitrag sollte sich mit einem Thema befassen. Wenn es zu diesem Thema nicht mehr als zwei, drei Absätze zu sagen gibt, bleibt er eben kurz. Lange Beiträge, die verschiedene Themen umfassen, sind für Leser schwerer zu scannen und die Entscheidung, ob man den Beitrag liest oder nicht, fällt eher zu Ungunsten des Beitrags aus – und wenn man schreibt, möchte man möglichst auch gelesen werden.
  • Die Überschrift eines Beitrags sollte den Inhalt widerspiegeln. Man erfährt von neuen Blog-Beiträgen normalerweise im Feedreader, wo man typischerweise zunächst nur die Überschrift liest. Wenn diese das Interesse nicht weckt, bleibt der Beitrag ungelesen. Das Finden einer sinnvollen Überschrift ist demnach ein weiterer Grund dafür, pro Beitrag möglichst nur ein Thema zu behandeln.

Darüber hinaus ist die beste Möglichkeit, mit dem Bloggen vertraut zu werden, andere Blogs zu lesen – am besten gute Blogs von bekannten Autoren. Wie man die findet erklärt dieser Beitrag bei Rete-Mirabile.net.

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